Aktuelle Petition an den Deutschen Bundestag

Verjährungsfrist für sexuellen Missbrauch im Zivilrecht aufheben

Die Verjährungsfristgen von sexuellen Gewaltverbrechen im Zivilrecht schützt die Täter, denn die Opfer können erst viele Jahrzehnte später über die Verbrechen sprechen. Sie müssen mit einer Verleumdungsklage rechnen, wenn sie nach der Verjährung ihr Schweigen brechen. Der Gesetzgeber macht sich mitschuldig an dem leidvollen Schweigen der Opfer. Er verhindert die Aufarbeitung der Verbrechen. Die bisherige Verjährungslogik verstößt gegen die Menschenrechte. Daher hat Norbert Denef, selbst Opfer eines Sexualverbrechens durch Priester, eine Petetion an den Deutschen Bundestag gerichtet. Damit Opfer von sexueller Gewalt nicht länger schweigen müssen und ihre Ansprüche auch noch nach Jahren, wenn das Trauma nachgelassen hat, gelten machen können, wird die Aufhebung der Verjährungsfrist bei Zivilklagen gefordert. Der bisherige Begriff "sexueller Missbrauch", so Denef, ist irreführend. Gewalt mit schweren psychologischen Beeinträchtigungen.Es handelt sich um Gewalt, die schwere psychophysische Beeinträchtigungen nach sich zieht. Darüber muss die Gesellschaft informiert werden. Dass Opfer sich dem Verbrechen und dessen Folgen erst Jahrzehnte später stellen können, werden Fachleute wie Betroffene bestätigen können. Das gilt es anzuerkennen, sowie die lebenslangen Schäden, die durch sexuelle Gewalt entstehen. Scham- und Schuldgefühle und Ende der Kindheit.
Sexuelle Gewalt, so Denef weiter, ist das Ende der Kindheit und der Beginn lebenslanger Leiden an Körper und Seele. Scham- und Schuldgefühle manifestieren sich durch das gesetzlich verordnete Schweigen. Dadurch wird das Verbrechen in der Gesellschaft tabuisiert. Wenn Opfer dem Leid keine Worte geben dürfen und über den Schmerz nicht frei sprechen können, zerbrechen sie. Wer die Petition unterstützen möchte, der kann schreiben an den
DEUTSCHEN BUNDESTAG
Petitionsausschuss
Pet 4-16-07-4512-027211
Platz der Republik 1
11011 Berlin
oder sich online unter www. Norbert.Denef.com eintragen.
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Alle müssen sparen - der Bischof nicht

Damit hatte die Limburger Bistumsleitung nicht gerechnet. Als „frohe Botschaft“ (so die Frankfurter Neue Presse, 4.1.08) war die Nachricht gedacht, dass man den neuen Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst mit der Ankündigung empfangen wollte, in unmittelbarer Nähe des Doms eigens für ihn einem neuen Amtssitz samt Dienstwohnung bauen zu wollen. Von 6 bis 7 Millionen Euro war zunächst die Rede. Doch dann erhob sich ungeahnter Protest: die Untertanen muckten auf!Bistum kürzt Gelder für GemeindenZum Beispiel Henny Toepfer, Sprecherin der katholischen Laienvereinigung „Wir sind Kirche“. Für sie sind derartige Millioneninvestitionen „nicht angesagt“, wenn gleichzeitig für 2008 im Bistum „Sparen und erneuern“ ausgerufen wurde: Das Bistum kürzt rigoros die Zuschüsse für die Pfarrgemeinden. Pfarrer Hubertus Janssen empfindet die großzügige Schaffung von Wohnraum für seine Eminenz, den neuen Bischof, gar als „Donnerschlag“. Seine Pfarreimitglieder haben gerade mühsam 11 000 Euro für die maroden Fenster des Pfarrzentrums gesammelt, weil das Bistum dafür nichts mehr gibt. Die Bistumsleitung reagierte umgehend und gab als neue Höchstgrenze für den Neubau der Wohnung und den Umbau das Vikariehauses zum Dienstsitz insgesamt 3,5 Millionen an. Doch der psychologische Flurschaden ist bereits angerichtet. Der zurückgetretene Bischof Kamphaus lebte übrigens relativ bescheiden in einer Zweizimmerwohnung.Was sieht man daraus? Erstens: Auch Katholiken sind nicht unbegrenzt leidensfähig und lassen sich nicht mehr alles gefallen. Zweitens: Es wird immer offenkundiger, dass die rigorosen Sparprogramme der Bistümer (und übrigens auch der Landeskirchen) mit dem immensen Reichtum der Kirchen kaum vereinbar sind. Der wird aber zurückgehalten oder nur für „besondere Gelegenheiten“ reserviert. Drittens: Die Kirchenoberen denken nach wie vor in mittelalterlichen Kategorien. Der Bischof ist für sie ein absoluter Monarch, der selbstherrlich über das Vermögen der Kirche, das diese ihrerseits den Gläubigen und dem Staat abgeluchst hat, verfügen darf. Für die Armen bleiben die Almosen. Und viertens: Der klerikale „Adel“ hat keinerlei Bodenhaftung und merkt gar nicht, wie er über das Volk drüber weg lebt.
Jesus gründete keine Kirche
Jesus von Nazareth hingegen war ein Mann des Volkes. Er gründete keine Kirche und setzte auch keine Bischöfe und Priester ein. Er wusste nicht einmal, wo er des nachts sein Haupt hinlegen sollte. Wer nicht länger den Bischöfen, sondern dem Nazarener nachfolgen will, der sollte den Rat des Sehers aus Patmos befolgen: „Ziehet aus von ihr, mein Volk, damit ihr nicht teilhaftig werdet ihrer Sünden und nichts empfanget von ihren Plagen.“ (Offb 18,4)
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Ausbeutung im Namen des Herrn

Der Marburger Bund der Klinikärzte hat den konfessionell geführten Krankenhäusern vorgeworfen, von ihren Ärzten mehr illegale Dienste abzuverlangen, Überstunden schlechter zu vergüten und Arbeitszeiten noch weniger zu erfassen, als dies in anderen Kliniken der Fall sei. „Das ist Ausbeutung im Namen des Herrn“, so Verbandschef Ulrich Montgomery.Der Marburger Bund hatte zuvor eine Umfrage unter 80 000 Klinikärzten durchgeführt, von denen 18 000 antworteten. Die ermittelten Werte der 3100 teilnehmenden Ärzte aus konfessionellen Krankenhäusern waren durchweg schlechter als die Vergleichswerte anderer Kliniken. So klagten z.B. 66 Prozent der Ärzte an Konfessionskliniken darüber, dass die Höchstarbeitszeiten nicht eingehalten werden; der Vergleichswert lag bei 57 Prozent. Familie und Beruf, Bezahlung und Überstunden - konfessionelle Krankenhäuser schneiden schlechter ab.Auch bezüglich der Möglichkeit, Familie und Beruf zu vereinbaren, schnitten die konfessionellen Krankenhäuser schlechter ab – obwohl doch von Bischöfen immer der Wert der Familie betont wird.„Es ist die Spitze der Bigotterie“, so Montgomery, „wenn Kirchen einerseits stets das christliche Menschenbild von Nächstenliebe und Barmherzigkeit predigen, andererseits ihre ärztlichen Mitarbeiter gnadenlos ausbeuten.“Die Deutsche Krankenhausgesellschaft“ (DKG) als Sprecherin der kirchlichen Krankenhäuser wies die Vorwürfe zurück. Dies sei ein „durchschaubares Spiel“, um „verschiedene Träger gegeneinander auszuspielen“. Doch selbst wenn dies so wäre, so bleibt es immer noch bemerkenswert, mit welcher Offenheit mittlerweile Missstände in kirchlichen Einrichtungen angesprochen werden. Die Kreide, die der Wolf gefressen hat, zeigt immer weniger Wirkung.
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Bei Papstkritik: Hausdurchsuchung

Einmal kurz den Papst kritisiert – und schon rücken Schwerbewaffnete mit Maschinenpistolen an. Wo passiert so etwas? Im Vatikanstaat? Schlimmer noch: in Bayern, in der Umgebung des Wallfahrtsortes Altötting.Siegfried Lindner hatte bei einem Arztbesuch im Wartezimmer geäußert, die 40 Millionen, die der Papstbesuch den Steuerzahler koste, hätte man auch besser einsetzen können.
Denunziation
Sein Pech: Kurz vor dem Besuch des Papstes in Altötting im Herbst 2006 wurde dessen Geburtshaus in Marktl am Inn mit Farbe besprüht. Voller Ingrimm suchten die Behörden nach dem »gottlosen« Täter. Und da kam ihnen offenbar eine Denunziation aus dem Wartezimmer zupass: ein Zufall? Prompt erlässt der zuständige Staatsanwalt – offenbar ohne irgendwelche vorherigen Ermittlungen oder dergleichen – einen Durchsuchungsbefehl. Das bäuerliche Anwesen von Siegfried Lindner wird von scherbewaffneten Polizisten regelrecht im Handstreich gestürmt. Wie im Krimi arbeiten sich Beamte mit der Waffe im Anschlag durch die Wohnung (Wer den Papst kritisiert, ist zu allem fähig?), trennen die Eltern von den zwei kleinen Kindern (6 und 10 Jahre alt), transportieren den Vater wie einen Schwerverbrecher zu einem fünfstündigen Verhör, Speicheltest inklusive.Keine Entschuldigung Doch nach spätestens fünf Stunden war es klar: Siegfried Lindner ist unschuldig! Eine Entschuldigung hat die überfallene Familie bis heute nicht erhalten. Und die ganze Angelegenheit gelangte erst rund ein Jahr später ans Licht der Öffentlichkeit – durch einen Bericht im Fernsehmagazin Fakt (26.11.07), also aus dem „gottlosen“ Osten Deutschlands.Weitere HausdurchsuchungWer nun glaubt, dass dies ein Einzelfall ist: Im selben Jahr 2006 fand in Bayern noch eine weitere Hausdurchsuchung statt, bei einem anderen Kirchenkritiker, der diesmal allerdings die lutherische Kirche beleidigt haben sollte. Die Maßnahme war ebenso lächerlich wie im Falle Altötting und hatte mit der Wahrheitsfindung nichts zu tun – eher mit Einschüchterung. Näheres unter: www.steinadler-schwefelgeruch.de/aktuell/haus-durchsuchung.html sowie www.steinadler-schwefelgeruch.de/aktuell/inquisitionsprozess.html
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Da platzte den Studenten der Kragen

Der Papst, in Italien ohnehin öfter im Staatsfernsehen zu sehen und zu hören als der Staatschef und der Premier, sollte auch noch an der staatlichen Universität Sapienza sprechen, um das akademische Jahr zu eröffnen.Und das Unerhörte geschah tatsächlich: Es regte sich Widerstand. Es begann mit einem Brief des emeritierten Physikprofessors Marcello Cini (84), der gegen den Besuch Ratzingers protestierte. Er begründete dies unter anderem damit, dass der derzeitige Papst 1990 als Kardinal in einer Rede sich ein Zitat des Philosophen Paul Feyerabend zu eigen gemacht habe, wonach der Inquisitionsprozess gegen Galileo Galilei (1633) "gerecht und vernünftig" gewesen sei.
Viele Studenten und Dozenten schlossen sich an
67 Dozenten schlossen sich diesem Protest an - und zahlreiche Studenten griffen das Thema auf, malten Plakate wie: "Die Wissenschaft benötigt weder Väter noch Priester", "Die Wissenschaft ist laizistisch" soll also unabhängig von kirchlichen Dogmen sein, oder: "Giordano wurde verbrannt, Galileo hat abgeschworen, aber wir werden dem Papsttum widerstehen". Hier kommt - bewusst oder unbewusst - ein Geschichtsbewusstsein zum Ausdruck, das ein Schlaglicht auf die konfliktreiche gemeinsame Vergangenheit Italiens und der römischen Kirche wirft. Es war ein Papst, Bonifaz VIII., der 1302 die Universität "Sapienza" (Weisheit) gründete. Papst Bonifaz war es auch, der als besonders größenwahnsinniger Papst in die Geschichte einging, indem er, ebenfalls 1302, verkündete: "Dem römischen Papst sich zu unterwerfen, ist für alle Menschen unbedingt zum Heile notwendig: das erklären, behaupten, bestimmen und verkündigen Wir." Und nun, 705 Jahre später, verkünden Studenten eben dieser Universität, dass sie nicht im Traum daran denken, sich dem Papsttum zu unterwerfen. Ein historischer Moment?
Giordano Bruno und Galileo nicht rehabilitiert
Der Vatikan hat bis heute weder Giordano Bruno (1600 in Rom auf dem Scheiterhaufen verbrannt) noch Galileo (zwar nicht verbrannt, aber zutiefst gedemütigt) wirklich rehabilitiert. Auch die angebliche Abbitte Papst Wojtylas gegenüber Galileo anno 1979 (nach 346 Jahren!) erweist sich bei näherem Hinsehen als Schimäre: Von "Männern der Kirche" habe der große Astronom zu leiden gehabt - also nicht von der Kirche selbst. Die "Überprüfung des Falles" solle "vertieft" - sprich: vertagt - werden, und zwar "in aufrechter Anerkennung des Unrechts, von welcher Seite es auch immer gekommen sein mag" - etwa von Galileo?!Der Kirchenstaat, Ergebnis des größten Betrugs der Geschichte - der konstantinischen Schenkung , zerriss das nicht kirchlich-weltlich beherrschte Italien 100 Jahre lang in zwei Hälften und sorgte für beständige Bürgerkriege. Als er 1870 ein gewaltsames Ende fand, wurde auch die Universität verstaatlicht. Der Einfluss der Kirche auf die Politik ist aber heute stärker als je. Der Vatikan verhindert durch öffentlichen Druck auf Politiker z.B. seit Jahren die Verabschiedung eines Gesetzes, dass unverheirateten Paaren eine gewisse Rechtssicherheit geben soll.Als auf einer Feier zum am 1. Mai 2007 der Schauspieler Andrea Rivera ironischerweise unter anderem vermerkte, der Vatikan sei wohl deshalb gegen die Evolutionstheorie, weil er selbst noch nie eine Evolution durchlaufen habe, giftete das Vatikan-Zentralorgan Osservatore Romano zurück, dies sei ein "terroristischer Angriff" (wir berichteten).
Unterstützung mit Milliardensummen
Mit Milliardensubventionen unterstützt der italienische Staat - ähnlich wie in Deutschland - die Kirche, obwohl diese in den Jahrzehnten nach 1870 den Staat, der ihre weltliche Herrschaft beendet hatte, quasi als Werk des Teufels verketzerte - eine Feindschaft, die in der italienischen Staatsverdrossenheit bis heute nachwirkt.All dies muss man in Rechnung stellen, wenn man die Tragweite des Protests der Studenten ermessen will. Sie haben "seismografisch" etwas erfasst, dass die Süddeutsche Zeitung (20.7.07) wie folgt zusammenfasste: "Es ist kein Geheimnis, dass die Rechristianisierung Europas, dem Leitgedanken des Vatikan zufolge, von Italien ausgehen soll." Spanische Zeitungen sprechen davon, dass der Vatikan seine alten "Hochburgen" Italien und Spanien "zurückerobern" möchte - denn in Spanien entspinnt sich augenblicklich ein vergleichbarer Machtkampf zwischen Kirche und Staat.Intoleranz der Kirche seit JahrhundertenDie Studenten haben es erfasst - die Politiker noch nicht. Nachdem der Papst seine Rede an der Sapienza abgesagt hatte, schalten sie in ihrer großen Mehrheit die Studenten wegen der "Intoleranz", die sie gezeigt hätten. Sie vergessen dabei, wer im Verlauf der Geschichte die Intoleranz auf die Spitze trieb - und gegen wen heute selbstverständliche Grundrechte wie Presse-, Rede- und Meinungsfreiheit mühsam durchgesetzt werden mussten.Bei den Studenten von Rom ist der Groschen gefallen: Einem Papst, der zwar von "Vernunft" spricht, aber gleichzeitig, die Inquisition rechtfertigt, Reliquien verehrt, die alte Messe wieder salonfähig macht und dem Exorzismus eine neue Hochblüte beschert, dem ist nicht über den Weg zu trauen.Der Mathematiker Prof. Piergiorgio Difredi fasste es gegenüber RAI News 24 (17.1.08) wie folgt zusammen: "Die Studenten und Professoren füllen nun meiner Meinung nach eine Lücke, die die Politik hinterlassen hat. ... Und ich hoffe, dass die ganze Bevölkerung sie unterstützen wird."Sein Wort in Gottes Ohr!
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Die kath. Kirche: "Vorkämpfer" für den Tierschutz?

Die Verantwortlichen in der Kirche haben seit einiger Zeit bemerkt: Es geht nicht so weiter mit unserer Haltung zum Tier, unserer jahrhundertlang geübten verächtlichen Praxis ihm gegenüber, unserer arroganten Behandlung desselben als seelenlose Sache. Zu viele Menschen – auch in den Kirchen – sind unzufrieden mit dieser Einstellung der Amtskirche zu den Tieren. Also machen die „Herren der Kirche“, wie so oft in der Geschichte, aus ihrem Rückschritt einen Fortschritt und versuchen, sich plötzlich mehr oder minder als Protagonisten des Tierschutzes, als Verteidiger der Rechte des Tieres zu profilieren.Papst und Bischöfe können sich da aber noch nicht so stark in den Vordergrund schieben. So kurz ist das Gedächtnis mancher Menschen denn doch nicht, dass sie um die Fleisch- und Jagdexzesse der höchsten kirchlichen Würdenträger in allen Jahrhunderten der Kirchengeschichte nicht wüssten. Also werden die Ideologen, die Theoriesklaven des Systems, nämlich die Theologen vorgeschickt, damit sie den Boden für die neue Offensive der Kirche in Sachen Tierschutz bereiten.
Lange und grausame Geschichte der Tierverachtung
Sehr bezeichnend in dieser Hinsicht ist das Interview, das der Kirchentheologe Reiner Hagencord der katholischen Zeitschrift »Publik-Forum« (Nr. 3/2008, S. 54f) gegeben hat. In diesem Interview verschweigt dieser leider, dass das kirchliche Christentum, von einigen Ketzerbewegungen abgesehen, eine lange und grausame Geschichte der Tierverachtung hinter sich hat. Keineswegs fängt diese Geschichte erst mit dem „christlichen“ Philosophen René Decartes an, wie Hagencord behauptet. Dieser so genannte neuzeitliche bzw. moderne Augustinus knüpfte vielmehr an diesen seinen antiken Vorläufer an, der den folgenschweren Satz prägte: „Gott und die Seele begehre ich zu kennen, nichts sonst.“ Mit einem Schlag war auf diese Weise die ganze sinnliche Natur unter Einschluss der Tiere aus dem Heils- und Erlösungsprozess ausgeschlossen.
Kirche: Tierseele löst sich auf
Thomas von Aquin, den Meister der mittelalterlichen Theologie und Philosophie, den Doctor angelicus, zitiert Hagencord zwar positiv, vergisst aber wiederum zu erwähnen, dass gerade dieser den Tieren nur eine anima vegetativa und sensitiva zuerkannte, also die Tierseele nur als Lebensprinzip des Tierkörpers gelten ließ, das mit dem Tod dieses Körpers sich ebenso auflöse wie dieser.
Tiere zur Verwertung für den Menschen frei gegeben
Johannes Paul II. war also ein gelehriger Thomas-Schüler, als er in seinem Weltkatechismus Tiere zur Verwertung und Verwendung für Kleidung, Lebens- und Arzneimittel und für Laborversuche freigab. Weniger Thomas- als Augustinusgemäß ist, wie wir wissen, Papst Benedikt XVI. Aber das führt in diesem Zusammenhang leider zum selben Effekt. In seinen Vorlesungen als junger, noch recht liberaler Theologe betonte er bereits, dass dem Hasen, dem Reh, dem Schwein usw. gar nichts Besseres passieren könne, als auf dem Teller des Menschen zu landen, denn dazu habe sie der Schöpfer ja bestimmt. Wie wir wissen, hat der Ratzinger-Papst seinen Genuss von Tierfleisch in diversen Varianten auch im Vatikan keineswegs aufgegeben und lässt sich sogar erlegtes Wild aus Bayern dorthin schicken.
Kommt jetzt Taufe für Tiere?
Aber zugegeben, die Hierarchen sind findige Leute. Jetzt lassen sie sogar Theologen immer öfter über eine Taufe für Tiere disputieren. Nur: Was nützt es den getauften Tieren, wenn sie dann ebenso getötet und verspeist werden wie ihre ungetauften Schwestern und Brüder?
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Diskriminierung aus Glaubensgründen

Niemand darf wegen seines Glaubens benachteiligt werden. Dieser Grundsatz aus dem deutschen Grundgesetz gilt gemeinhin nicht für die Kirche. Oder doch?3900 Euro StrafeDas Diakonische Werk muss an eine junge Muslimin 3900 Euro Entschädigung zahlen. Das beschloss das Arbeitsgericht Hamburg. Die junge Frau war wegen ihres Glaubens nicht eingestellt worden, obwohl es sich bei dem fraglichen Arbeitsplatz um eine integrationsfördernde Maßnahme handelte, die nichts mit Glauben, sehr wohl aber etwas mit Kenntnis von Sitten und Gebräuchen zu tun hat.Die Kirchen haben sich für ihre Sozialeinrichtungen, obwohl diese zu fast 100 Prozent vom Staat bezahlt werden, eine Sonderregelung einräumen lassen:
Trotz Gesetz Sonderregelung für die Kirchen
Sie dürfen Bewerber ablehnen oder Mitarbeitern kündigen, wenn diese keiner der beiden Großkirchen angehören oder z.B. einen geschiedenen Partner heiraten. Auch die Muslimin war gefragt worden, ob sie nicht in die Kirche eintreten will. Kirchensteuer wolle sie, wenn es sein müsse, schon zahlen, antwortete sie, aber ob es im Sinne der Kirche sei, dass sie nur wegen ihres künftigen Arbeitsplatzes eintrete? Daraufhin erhielt sie ihre Bewerbungsunterlagen zurück.Erst das kürzlich verabschiedete neue Antidiskriminierungsgesetz ermöglicht es der Justiz, gegen diese mittelalterlichen Praktiken der Kirche vorzugehen. Der Staat sollte aber nicht auf die Justiz warten, die sich bezüglich der Handhabung des neuen Rechts noch keineswegs einig ist. Der Staat sollte konsequent nur Einrichtungen subventionieren, die sich an das Grundgesetz halten.
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Ein katholischer Riese erdrosselt den Buchhandel

Publik-Forum schlägt Alarm. Die linkskatholische Zweiwochenzeitung warnte in Ausgabe 21/07 unter der Überschrift „Ein katholischer Riese erdrosselt den Buchmarkt“ vor einem kircheneigenen Verlag, der daran mitwirke, so wörtlich, „die deutsche Buchkultur zu zerstören“.
Gigant: Hugendubel mit Weltbild verschmolzen
Gemeint ist der Weltbild-Konzern, der im August 2006 mit dem Hugendubel-Buchhandelsriesen zu einem neuen Giganten verschmolz, der DBH Buch Handels GmbH & Ko KG. Weltbild ist im Besitz von 14 katholischen Diözesen sowie der katholischen Militärseelsorge Berlin. Im Börsenblatt wurde der Zusammenschluss mit den Worten kommentiert, nun beherrsche die katholische Kirche den deutschen Buchhandel.Laut Publik-Forum wird der neue Gigant in den nächsten Jahren durch seine bisher schon bekannte aggressive Geschäftspolitik maßgeblich dazu beitragen, dass „ungefähr die Hälfte der in Deutschland existierenden etwa 4000 Buchhandlungen verschwinden werden.“ Schmalspur-Sortimente, Niedrigpreis-Angebote, Befürwortung einer Aufhebung der Buchpreisbindung, Verdrängungswettbewerb gegen die letzten noch verbliebenen Konkurrenten stünden zu erwarten.»Vom Schutz katholischer, ja insgesamt christlicher Werte wie Familie oder Sonntagsruhe ist da nichts zu spüren.«„Betriebsräte und Gewerkschaften berichten von dramatischen Strukturveränderungen, die einhergehen mit Forderungen nach drastischen Nettolohnsenkungen durch deutlich verlängerte Arbeitszeiten ... Vom Schutz katholischer, ja insgesamt christlicher Werte wie Familie oder Sonntagsruhe ist da nichts zu spüren.“ Es sei an der Zeit, dass dieses Unternehmen in seinen gesellschaftlichen Auswirkungen endlich „kritisch wahrgenommen“ und an seine „gesamtgesellschaftliche Verantwortung“ erinnert werde. Denn gerade Bücher seien nicht irgendwelche Ware, sondern „Träger geistiger Inhalte“.
Kleinere Händler bald erpressbar?
Je mächtiger die Händler, desto erpressbarer werden die Verlage – und die Vielfalt bleibt auf der Strecke.Ist die Erwartung der wachsamen Linkskatholiken realistisch, dass die Kirche reagieren wird? Ein Instrument zur geistigen Gängelung der Massen, das noch dazu horrende Gewinne abwirft ... was will man als Priesterkaste mehr zum Glück?Wenn die Kirche nicht reagiere, so Publik-Forum am Ende des Artikels, „dann liegt es an den Kunden, die nötigen Konsequenzen zu ziehen“. Wo sie recht haben, da haben sie recht.
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Frauen

Der Leitfaden für die systematische Verfolgung und Ermordung von »Hexen« war das Buch »Der Hexenhammer«, herausgegeben 1488 von zwei deutschen Dominikanermönchen - mit päpstlicher Druckerlaubnis. Der Vatikan sicherte den Wahnsinn noch zusätzlich durch eine päpstliche Bulle ab. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts starben durch den Hexenwahn in Europa nach vorsichtigen Schätzungen zwischen 40 000 und 100 000 Menschen, überwiegend Frauen (Main-Echo, 12.3.99), nach anderen Schätzungen etwa eine Million. Die Hälfte der Opfer, darunter auch Kinder, starb auf dem Boden des heutigen Deutschland. Auch hier verfolgten beide Konfessionen gleichermaßen die angeblichen Hexen, für die es nach »peinlicher Befragung« unter schrecklichen Folterqualen kein Entrinnen gab. Erst die Aufklärung machte den Verbrechen ein Ende.
Frauen wurden in beiden Kirchen erniedrigt
Die Hexenverfolgungen sind aber nur ein grausamer Höhepunkt in der Verfolgung der Frauen durch die Männerkirche. Thomas von Aquin, als »Kirchenlehrer« von der Kirche verehrt, erklärte schon im Mittelalter, die Frau sei nicht mehr als ein missratener Mann. Lange Zeit diskutierte man in der Kirche, ob sie wohl eine Seele habe. Zu den psychologischen Hintergründen des grausamen Erfindungsreichtums der Inquisitoren beim Quälen von Frauen.
Zitate von Kirchenmännern
Damit man die Tradition versteht, aus der die sadistischen Quälereien und Frauenverbrennungen der Inquisition möglich waren und warum bis heute keine Frauen als Priester zugelassen werden.»Die Weiber sind hauptsächlich dazu bestimmt, die Geilheit der Männer zu befriedigen.«(Johannes Chrysostomos, 349-407, Kirchenlehrer) »Das Weib ist ein minderwertiges Wesen, das von Gott nicht nach seinem Ebenbilde geschaffen wurde. Es entspricht der natürlichen Ordnung, dass die Frauen den Männern dienen.« (Kirchenvater Augustinus, hl., 354-430 - Augustinus gilt als einer der bedeutendsten Kirchenlehrer.)»Der wesentliche Wert der Frau liegt in ihrer Gebärfähigkeit und in ihrem hauswirtschaftlichen Nutzen.« (Thomas von Aquin, Kirchenlehrer, 1225-1275) »Die Frau muss das Haupt verhüllen, weil sie nicht das Ebenbild Gottes ist.« (Ambrosius, Kirchenlehrer, 339-397)»Ein männlicher Fötus wird nach 40 Tagen, ein weiblicher nach 80 Tagen ein Mensch. Mädchen entstehen durch schadhaften Samen oder feuchte Winde.« (Thomas von Aquin, Kirchenlehrer und Patron der katholischen Hochschulen) »Wenn du eine Frau siehst, denke, es sei der Teufel! Sie ist eine Art Hölle!« (Papst Pius II., 1405-1464) »Die Frau ist ein Missgriff der Natur ... mit ihrem Feuchtigkeits-Überschuss und ihrer Untertemperatur körperlich und geistig minderwertiger... eine Art verstümmelter, verfehlter, misslungener Mann ... die volle Verwirklichung der menschlichen Art ist nur der Mann.« (Thomas von Aquin, hl., Kirchenlehrer, 1225-1274) »In keiner Religion oder Weltanschauung ist die Frau so geachtet und geehrt wie im Christentum!« (Der katholische Theologe Bernhard Häring im 20. Jahrhundert) Siehe www.Kirchenopfer.de
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"Gute" und "böse" Opfer des Bürgerkriegs

Ein Gesetz über die „historische Erinnerung“ – das gefällt der Vatikankirche gar nicht. Ein solches Gesetz haben die spanischen Sozialisten kürzlich im Parlament durchgesetzt, um endlich allen Toten des Spanischen Bürgerkrieges (1936-39) Gerechtigkeit widerfahren zu lassen.Bisher erhielten nur die Verstorbenen der rechten, der franquistischen Seite Märtyrerstatus und Denkmäler. Die Toten der linken, der republikanischen Seite werden erst seit wenigen Jahren aus vergessenen oder verschwiegenen Massengräbern geholt und mühsam identifiziert.
Beteiligt am Putsch Francos: Die Katholische Kirche
150 000 Tote forderte der Terror General Francos gegen alles, was nicht rechts war. Ein Großteil von der Opfer wurde erst nach Ende des Bürgerkriegs ermordet und verscharrt. Maßgeblich beteiligt an Francos Putsch und an seiner bis 1975 andauernden Diktatur war die katholische Kirche.
Seligsprechung soll vertuschen
Um dies zu vertuschen, hat der Vatikan im Oktober 2007 498 spanische „Märtyrer“ selig gesprochen. Es handelt sich dabei ausschließlich um Priester, Mönche und Laien, die dem Terror der Linken zum Opfer (ca. 50 000 Tote) fielen. Katholische Priester, die aufgrund ihrer Sympathie für die Armen von Francos Truppen ermordet wurden – solche gab es durchaus – sind jedoch nicht unter den neuen „Seligen“ zu finden.Gewalt und Terror sind durch nichts zu rechtfertigen. Doch wer noch nach 70 Jahren die Opfer des Krieges nach gut und böse „sortiert“, der hat aus der Geschichte nichts gelernt. Vor allem hat die Kirche nie die Frage zugelassen, welchen sozialen Hintergrund die Gewaltexzesse auf republikanischer Seite hatten: eine durch Jahrhunderte der Ausbeutung und Verdummung im Zeichen des Kreuzes aufgestaute Wut.Bei solchen „Massenaktionen“ wie der größten Seligsprechung aller Zeiten kommt es leicht zu Fehlern. So stellte sich heraus, dass zumindest einer der „Seligen“ zuvor selbst zum Täter geworden war. Der Geistliche Olaso Gabino Zabala „arbeitete“ zwischen 1894 und 1900 auf den Philippinen. Dort gab es eine Befreiungsbewegung, die den Abzug der Spanier – und damit der spanischen Mönche, die das Land seit Jahrhunderten beherrschten – forderte. Zabala beteiligte sich dabei persönlich an Misshandlungen und Folterungen von gefangenen Sympathisanten dieser Bewegung. Aber er stand ja auf der „richtigen“ Seite ..
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Hexe bleibt Hexe

Schweiz, 1782: Europa befindet sich im Zeitalter der Aufklärung. An Hexen und Unholde samt ihren Zaubereien glaubt lange schon keiner mehr – anscheinend. Der letzte Hexenprozess liegt 80 Jahre zurück. Doch dann wird im Schweizer Kanton Glarus Anna Göldi enthauptet – die letzte Hexe Europas. Die Dienstmagd Anna Göldi soll die 9-jährige Tochter ihres Dienstherren, des mächtigen und einflussreichen Doktor Tschudi, verhext haben, sodass sie Stecknadeln spuckt. Schon der normale Menschenverstand sagt uns, dass dies nicht die Wahrheit sein kann. Was steckt wirklich hinter der Geschichte?
Verhältnis mit Hausherrn?
Der Schweizer Autor und Rechtswissenschaftler Walter Hauser beleuchtet nicht nur die tragischen Vorgänge um die Dienstmagd Anna Göldi selbst, sondern auch deren soziale und politische Hintergründe, etwa die Machtverhältnisse in der damaligen Eidgenossenschaft, die unter einflussreichen Schweizer Adels- und Bürgerfamilien hart umkämpft waren. Die Familie Tschudi hat viel an Ansehen zu verlieren. Schon eine Dienstmagd, die zuviel weiß, wäre sehr gefährlich, erst recht ein außereheliches Verhältnis des hochangesehenen Hausherrn zu einer Hausangestellten – das wäre ein Skandal, der um keinen Preis bekannt werden darf. Bei der Lektüre des Buches wird immer klarer, dass auf Anna Göldi wohl beides zutraf. Sie musste aus dem Weg geschafft werden – egal wie. Wesentlicher Drahtzieher im Hintergrund ist der Geistliche und oberste Sittenwächter von Glarus, ebenfalls der Familie Tschudi angehörig. Er treibt die Beweisführung, die mehr als rätselhaft vor sich geht, eifrig voran und ist sehr bemüht, die Schuld Anna Göldis als bewiesen darzustellen. Er gehört der reformierten Kirche an und übt seinen Einfluss auch auf den Evangelischen Rat aus, der in diesem Fall die Gerichtsbarkeit darstellt.
Geständnis unter Folter
Anna Göldi setzt sich zunächst mutig zur Wehr, wird jedoch dann gefoltert und so zu einem „Geständnis“ gezwungen. Weil man eine Anlage wegen „Hexerei“ vermeiden will, macht man ihr wegen „Vergiftung und Verzauberung“ den Prozess. Dann muss man sie auch nicht verbrennen, sondern „nur“ enthaupten.
Ausland ist empört
Dennoch sind die Reaktionen schon damals heftig. Während in den Zeitungen der Schweiz nichts vom Prozess in Glarus und nachfolgend auch keine Berichte über dessen Ausgang oder die Verurteilung zu finden war, ist man in Deutschland und Frankreich empört über das Vorgehen im Nachbarland, ja man macht sich über die Schweizer lustig, weil sie anscheinend immer noch an Hexen glauben. Doch auch das führt nicht zu einer öffentlichen Reaktion seitens der Schweiz, im Gegenteil: Man lässt ausländische Journalisten verfolgen, weil sie in der Schweiz recherchierten, um Licht in diesen mysteriösen Fall zu bringen. Anna Göldis Fall wird schlichtweg unter den Teppich gekehrt.
Bis heute - keine offizielle Rehabilitierung
Die Schweiz, 225 Jahre später. Im Jahr 2007 setzt sich der Buchautor Walter Hauser bei Kirche und Regierung für eine Rehabilitierung Anna Göldis ein. Ein nahe liegender Gedanke – denn z.B. in Schottland, den USA und England wurden in vielen Ländern die damals zu Unrecht Verurteilten von Schuld frei gesprochen, und man gab öffentlich zu, viele Unschuldige hingerichtet zu haben. Doch in der Schweiz scheint die Zeit – oder der Menschenverstand – bei Kirche und Obrigkeit stehen geblieben zu sein. Sowohl die Glarner Kantonsregierung als auch der evangelisch-reformierte Kirchenrat bekundeten, eine offizielle Rehabilitierung der als „Zauberin“ verurteilten sei nicht mehr vonnöten – die Geschichte sei ja längst aufgearbeitet worden. Tatsächlich? Mit solchen Ausreden schiebt man die damaligen Geschehnissen von sich weg und will nicht zugeben, das die Geistlichkeit damals ins Horn der Mächtigen geblasen hat, anstatt ihrem – christlichen ? – Gewissen zu folgen und Anna Göldi freizusprechen. Doch wen wundert es? Auch heute noch kann es Andersdenkenden und Menschen, die ihren Mund aufmachen und unbequeme Dinge äußern, passieren, dass sie diskriminiert werden, oft unter maßgeblicher Beteiligung der Kirchen mit ihren sogenannten Weltanschauungs- und Sektenbeauftragten.
Hexenhammer mit päpstlicher Einwilligung
Die moralische Verantwortung der Kirchen für die Hexenverfolgung wird heute noch immer von zahlreichen Kirchenvertretern abgestritten gestellt, obwohl der Hexenwahn durch den mit päpstlicher Druckerlaubnis von einem Dominikaner verfassten „Hexenhammer“ erst richtig angeheizt und später von den Reformatoren Luther, Zwingli und Calvin eins zu eins übernommen wurde.Walter Hauser, „Der Justizmord an Anna Göldi – Neue Recherchen zum letzten Hexenprozess in Europa“, Limmat-Verlag Zürich 2007, ISBN 978-3-85791-525-3, € 20,80Die Kirchen erwecken gerne den Eindruck, sie hätten dem Naziregime erheblichen Widerstand geleistet – einem Regime, das der kirchlichen Lehre diametral widersprochen habe. Die historische Wahrheit ist jedoch gelinde gesagt wesentlich komplizierter. An vielen Stellen lassen sich gedankliche Verflechtungen zwischen Nazismus und kirchlichen Verlautbarungen nachweisen, so etwa bei der gedanklichen Vorbereitung des Holocausts durch kirchliche Antisemiten wie Martin Luther. Aber auch das Euthanasie-Programm der Nazis wäre ohne die gedankliche „Vorarbeit“ und praktische „Mitarbeit“ von Kirchenvertretern wohl kaum in dieser Form durchführbar gewesen. Dieter Potzel, Ex-Pfarrer der lutherischen Kirche und Herausgeber der Zeitschrift „Der Theologe“ (www.theologe.de), hat für Mahnmal aktuell einige Tatsachen zusammengestellt.Parallel zur Stimmungsmache gegen die jüdischen Mitbürger bereitet die Kirche auch die spätere Vernichtung der Behinderten vor. So erscheint 1927 z. B. das Buch Gesetzliche Unfruchtbarmachung Geisteskranker, ein römisch-katholisches "Standardwerk", so zumindest die Beurteilung der Vereinigung katholischer Seelsorger an deutschen Heil- und Pflegeanstalten. Das Werk stammt von dem Moraltheologen Dr. Joseph Mayer vom Institut für Caritaswissenschaften in Freiburg (Imprimatur (= kirchliche Druckerlaubnis) vom 15.2.1927). Darin warnt Dr. Mayer u. a. vor der Sexualität Behinderter und schreibt: "Erblich belastete Geisteskranke befinden sich in ihrem Triebleben auf der Stufe unvernünftiger Tiere" (PS: Über die "unvernünftigen Tiere" heißt es in der Bibel in 2. Petrus 2, 12, dass sie "von Natur dazu geboren sind, dass sie gefangen und geschlachtet werden"). Und an anderer Stelle schreibt Dr. Mayer in seinem römisch-katholischen Standardwerk: "Wenn darum ein Mensch der ganzen Gemeinschaft gefährlich ist und sie durch irgendein Vergehen zu verderben droht, dann ist es löblich und heilsam, ihn zu töten, damit das Gemeinwohl gerettet wird." 13 Jahre später, im Jahr 1940, setzen die Nationalsozialisten dann diese kirchliche Forderung in die Tat um. Zwar spricht sich der Vatikan (anders als die evangelische Kirche) im Jahr 1930 offiziell gegen die Zwangssterilisation Behinderter aus, doch kooperieren die katholischen Einrichtungen in Deutschland später bei der Sterilisation und nachfolgenden Ermordung mit den staatlichen Stellen und gestehen dem Staat hier z. B. "Notwehr" zu. Auf protestantischer Seite denkt man ähnlich. Im Mai 1931 treffen sich in Treysa in Hessen (in der Anstalt "Hephata") die Anstaltsleiter der evangelischen Inneren Mission in Deutschland zu einer "Evangelischen Fachkonferenz für Eugenik". Zwei Jahre vor der Machtübernahme durch die NSDAP besprechen die führenden Vertreter der evangelischen Diakonie bereits die Sterilisierung und spätere "Vernichtung" "lebensunwerten Lebens". Während man sich auf die Forderung nach Sterilisierung in der so genannten Treysaer Erklärung einigt (sie entspreche z. B. nach Überzeugung des bekannten Pastors Friedrich von Bodelschwingh angeblich dem "Willen Jesu"), wird die Ermordung kontrovers diskutiert. Pastor Bodelschwingh erklärt z. B.: "Ich würde den Mut haben, in Gehorsam gegenüber Gott, die Eliminierung an anderen Leibern zu vollziehen." Und der Leiter des Referates "Gesundheitsfürsorge" beim Centralausschuss der Inneren Mission, Dr. Hans Harmsen, tadelt diejenigen Anstaltsleiter, die hier noch zögern und hält ihnen vor: "Dem Staat geben wir das Recht, Menschenleben zu vernichten, Verbrecher und im Kriege. Weshalb verwehren wir ihm das Recht zur Vernichtung der lästigsten Existenzen?" (Ernst Klee/Gunnar Petrich, Film "Alles Kranke ist Last") Angehörige haben ihre Kinder oder andere Familienangehörigen in der Regel in gutem Glauben kirchlichen Einrichtungen anvertraut und wussten nicht, wie dort vielfach über diese Menschen gedacht wurde. 14.7.1933 - Das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses befiehlt die Zwangssterilisation Behinderter. Dazu gehören auch Blinde, Taube, Stumme, Epileptiker, Alkoholiker, Körperbehinderte, seelisch Kranke und politische Gegner, die man wegen ihrer abweichenden Einstellungen als "Schwachsinnige" einstuft. Die Nationalsozialisten erfüllen damit eine Forderung der evangelischen Kirche, welche die Anstaltsleiter der Inneren Mission in ihrer Treysaer Erklärung 1931 erhoben haben. Sieben Jahre später, ab 1940, werden diese Menschen vergast, vergiftet, erschlagen oder man lässt sie verhungern. Karl Todt, Direktor der evangelischen Heilerziehungs- und Pflegeanstalt der Inneren Mission in Scheuern an der Lahn ist wie andere Diakonie-Leiter von dem neuen Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses begeistert und schrieb kurze Zeit später. "Wie freudig begrüßten wir die rassenpflegerischen Maßnahmen unseres Führers, die der Auftakt sind, die Übel von der Wurzel an zu bekämpfen. So stehen wir zum Dienste bereit, Handlanger zu sein am Bau des Reiches Gottes und am Bau des neuen, des Dritten Reiches" (zit. nach Ernst Klee/Gunnar Petrich, Film "Alles Kranke ist Last"). Im Jahr 1941 dienen die evangelischen Einrichtungen in Scheuern dann als Zwischenstation für Behinderte auf deren Weg in das Vernichtungslager Meseritz-Obrawalde in Pommern. Von Scheuern aus werden die der Kirche anvertrauten Menschen wissentlich zur Vernichtung (Vergasung, Vergiftung, Erschlagung, Verhungern lassen) weitergeleitet. Und in der Landesheil- und Pflegeanstalt in Bernburg an der Saale werden die Behinderten 1940 und 1941 "vergast" (75 Behinderte werden dazu jeweils nackt in die 3 x 4 m große Gaskammer gezwängt), während im selben Gebäude-Komplex die Diakonissen des evangelischen Oberlin-Hauses Babelsberg offenbar ohne Protest ihren "Dienst" tun. 5.4.1937 - Der leitende Arzt der evangelischen Neuendettelsauer Fürsorgeheime, der Lutheraner Dr. Rudolph Boekh, über die Diskussion zur Vernichtung angeblich lebensunwerten Lebens: "Diese Verzerrung des menschlichen Antlitzes" sei "dem Schöpfer zurückzugeben."Und: "Die Entscheidung, ob ein Mensch vernichtet werden soll, steht allein dem Mann zu, der unter Berufung auf den Schöpfer die Gewalt in seiner Hand hat ... Das kann und darf allein der Führer" (zit. nach Klee, Die SA Jesu Christi, S. 180). Dr. Boekh war 10 Jahre Oberarzt der evangelischen Diakonieeinrichtungen in Bethel und kam auf Empfehlung des dortigen Pastors Friedrich von Bodelschwingh im Jahr 1936 nach Neuendettelsau. Während in dem fränkischen Ort die knapp 2.000 der Kirche anvertrauten Behinderten im Frühjahr 1937 noch vielfach fröhlich und unbeschwert ihren Alltag leben, hat der ärztliche Leiter der kirchlichen Einrichtung schon ihr Todesurteil gefällt. Ab Juli 1940 - Selektion und Verlegung der Behinderten aus den Einrichtungen der bayerischen evangelischen Diakonie - in staatliche Einrichtungen und von dort in Vergasungsanstalten, v. a in Hartheim bei Linz in Österreich. Aus keinem Fürsorgeheim Deutschlands werden mehr Behinderte zur Ermordung abgeholt wie aus den evangelischen Heimen in Neuendettelsau in Bayern. Anfangs sind viele Behinderte noch "in froher Erwartung eines Ausflugs". Als schließlich Berichte über die Ermordungen durchsickern, reagieren die Opfer unterschiedlich: "Manche sollen sich still in ihr Schicksal ergeben haben, anderen flehen um ihr Leben, wehren sich verzweifelt, weinen, schreien und klammern sich in ihrer Todesangst an Ordensschwester oder Pfleger, reißen ihnen fast die Kleider vom Leibe" (Ernst Klee/Gunnar Petrich, Film "Alles Kranke ist Last"). Die Aktionen dauern bis Anfang 1941. Auch Landesbischof Hans Meiser wird darüber informiert und schweigt. Nach dem Krieg rechtfertigen sich Verantwortliche, "seelenlose Monster" seien von ihrem Leiden "erlöst" worden (Klee/Petrich, a.a.O.).19.7. / August 1940 - Landesbischof Theophil Wurm wendet sich in einem Brief an Reichsinnenminister Frick halbherzig bis unwillig gegen die Ermordung Behinderter in der württembergischen Vergasungsanstalt Grafeneck. Trotz Judenverfolgung, Krieg und anderem staatlichen Terror bescheinigt Wurm dem Führer und der Partei zunächst, bis jetzt auf christlichem Boden zu stehen. Dieser würde mit der "Ausrottung" der Behinderten aber verlassen, auch wenn Wurm dafür Verständnis signalisiert. Der Bischof rechtfertigt seinen "Protest" damit, dass er es "in erster Linie deshalb" tue, "weil die Angehörigen der betroffenen Volksgenossen [der Opfer] von der Leitung einer Kirche einen solchen Schritt erwarten ... Dixi et salvavi animam meam [= "Ich habe es gesagt und meine Seele ist gerettet"] (Ernst Klee/Gunnar Petrich, Film "Alles Kranke ist Last"). Kein Wunder, dass dieser Pflicht-"Protest" nichts bewirkt.In Bethel/Westfalen werden die Behinderten allerdings nicht ermordet, obwohl auch der dortige Leiter Friedrich von Bodelschwingh kaum kräftiger protestiert hat.* Bodelschwingh im August 1940: "Sicher wäre es das Beste, wenn die ganze Maßnahme sofort und vollständig eingestellt würde. Kann man sich dazu nicht entschließen, so muss ein geordnetes Verfahren festgelegt werden."** Bei einer Konferenz in Treysa im Jahr 1931 konnte sich Bodelschwingh sogar vorstellen, Behinderte eigenhändig zu "eliminieren". Und schließlich setzen die Nationalsozialisten jetzt nur in die Tat um, was viele Kirchenführer bereits auf dieser Konferenz gefordert hatten. So hatte auch der von Bodelschwingh stark geförderte ehemalige Betheler Oberarzt und Psychiater Dr. Rudolph Boekh aus Neuendettelsau bereits im Jahr 1937 die Ermordungen gefordert und sich dabei hinter den "Führer" Adolf Hitler gestellt bzw. hinter ihm versteckt.3.8.1941 - Der katholische Bischof Clemens August von Galen prangert als einziger deutscher Bischof in einer Predigt die Vernichtung Behinderter an. Auf der anderen Seite treibt er die Deutschen in den Krieg (siehe dazu Der Theologe Nr. 27 über den "Kreuzzugsprediger" von Galen). Aus Rücksicht auf den Protest von Galens finden die Vernichtungsaktionen (von weiteren ca. 30.000 Behinderten) seither mehr im Geheimen statt. So lässt man z. B. in Irsee im Allgäu, wo die Nonnen von der "Kongregation des Heiligen Vinzenz von Paul" einen großen Teil des Personals stellen, behinderte Kinder nicht mehr vergasen, sondern auf staatliche Anordnung hin verhungern (was nach ca. drei Monaten zum Tod führen sollte) oder vergiften (Ernst Klee/Gunnar Petrich, Film "Alles Kranke ist Last"). Als Töterin wird in Irsee vor allem die evangelische Krankenschwester Pauline Kneissler eingesetzt, die vor dem Krieg im Kirchenchor sang und evangelischen Kindergottesdienst hielt und schon in den Vergasungsanstalten Grafeneck auf der Schwäbischen Alb und Hadamar bei Limburg zuvor Tausende von Menschen mit der Giftspritze tötete. Sie teilt dem Klinikseelsorger jeweils mit, welchem Behinderten er die katholischen Sterbesakramente geben soll. Nachdem der Priester jeweils seinen "Dienst" getan hat, bringt sie den Behinderten um.Die evangelische Massentöterin Pauline Kneissler wurde nach dem Krieg zu vier Jahren Haft verurteilt und beschwerte sich über dieses Urteil. So rechtfertigt sich die Krankenschwester 1947 mit den Worten: "Mein Leben war Hingabe und Aufopferung, ... nie war ich hart zu Menschen ... Dafür muss ich heute leiden und leiden" Alle Verbrecher im staatlichen Auftrag hatten dabei die Rückendeckung der EKD (Evangelische Kirche in Deutschland), die in einem Beschwerdebrief an die US-Militärregierung vom 26.4.1946 z. B. schrieb: "Dabei waren Handlungen und Gesinnungen, die heute verurteilt werden, vom damaligen Gesetzgeber als rechtmäßig und gut eingeschätzt. Hierdurch wird das Rechtsempfinden erschüttert und von den Angeklagten eine Rechtseinsicht verlangt, die man nicht erwarten kann" (zit. nach Amtsblatt der Evang.-Luth. Kirche in Bayern).* In den evangelischen Bodelschwinghschen Anstalten in Bethel holte man zwar die Behinderten nicht zur Ermordung ab. Doch es geschah dort vielfach anderes Unrecht. So mussten von 1942-1944 z. B. eine unbekannte Zahl von Kriegsgefangenen und ca. 150 - 180 Zwangsarbeiter arbeiten - Menschen die von der deutschen Armee in Osteuropa eingefangen und nach Deutschland verschleppt wurden. "Bethel war von Anfang an voll in das Zwangsarbeiter-System integriert" (Prof. Matthias Benad, Leiter der Forschungsstelle für Diakonie und Sozialgeschichte an der Kirchlichen Hochschule Bethel, zit. nach Ev. Sonntagsblatt für Bayern Nr. 39, 24.9.2000, S. 7). Und über Bethel soll nach dem Krieg teilweise auch die Flucht hochrangiger Nationalsozialisten ins Ausland organisiert worden sein.** Manche Kirchen- und Diakonieführer unterschieden zwischen unterschiedlichen Graden der Behinderung und versuchten, das Leben leichter Behinderter zu retten, indem sie die Ermordung schwerer Behinderter unterstützten.
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"Ich wurde sexuell missbraucht"

„Nachts unter der Bettdecke habe ich nachgemacht, was Pfarrer K. mit mir tagsüber in seiner Wohnung tat. Ich zog meine Vorhaut vor und zurück, bis ich einschlief. Morgens erwachte ich im eingepisstem Bett. (…) Sehr oft habe ich das auch dem Pfarrer K. im Beichtstuhl erzählt. Ich habe vor einem Holzgitter gekniet und er saß dahinter. Als Buße für meine Sünden musste ich dann zwei Vaterunser beten. Später hat er mich sexuell missbraucht.“Nach 35 Jahren bricht er das Schweigen: »Ich wurde sexuell missbraucht!«
Norbert Denef klopfte, um seine Schmach aufzuarbeiten, an zahlreiche Türen an – doch begegnete man ihm meist nur mit Unverständnis. Als er nach 35 Jahren bei einer Familienfeier das Schweigen brach – war er der erste, der vor der Türe stand. Für diese Familienfeier hatte Norbert Denef ein Jahr lang vor dem Spiegel den Satz einstudiert: „Ich wurde sexuell missbraucht“. Der Pfarrer der ihn bis zu seinem 16. Lebensjahr misshandelt hatte, war ebenso anwesend wie der Kirchenangestellte, der ihn anschließend noch weiter bis zum 18. Lebensjahr missbraucht hatte. Beide enge Freunde der Familie. Es kostete ihn viele Jahre des Kampfes, vor dieser versammelten Runde das auszusprechen, was ihn 35 Jahre lang gequält hatte. Es hatte ihn seines Schlafes beraubt, Albträume ausgelöst, Depressionen und den andauernden Wunsch, nun doch endlich zu sterben – und vieles mehr.
Unverständnis bei den Angehörigen
Doch er wusste auch aus zahlreichen Erfahrungsberichten, die er im Verlauf seine Lebens gelesen hatte – das meist mit Unverständnis auf solche „Offenbarungen“ reagiert wird. Ein Teil seiner Familie reagierte mit Unverständnis – doch seine Frau und Kinder umarmten ihn nach dem „Rauswurf“.Norbert Denef selber dazu: „Heute kann ich nicht mehr sagen, wer meine Frau, meine beiden Kinder und mich aus der Wohnung drängte. Ich kann mich nur noch daran erinnern, dass wir die ersten waren, die die Wohnung verließen, oder besser gesagt verlassen mussten. Wir vier standen auf der Straße vor dem Haus, haben uns angeschaut, umarmt und geweint. Ich weiß nicht mehr wie lange. Ich spürte, dass sie mich hielten und das war wunderbar!“Durch die Hilfe seiner Frau und seiner Kinder konnte Norbert Denef den Schmerz der Ausgrenzung durch seine Geschwister ertragen. Von seiner Schwägerin bekam er nach dem Familientreffen zu hören: „Du hasst solange geschwiegen, dann hättest du für den Rest deines Lebens auch noch dein Maul halten können!“Um seine Geschichte weiter aufzuarbeiten machte er mit seinem ersten Peiniger, den Pfarrer K. einen Termin aus und besuchte ihn mit seiner Frau in Wanne-Eickel. Pfarrer K.: „Du bist der einzige, der das nun angeblich nicht gut findet, was ich gemacht habe.“„Warum haben Sie mich sexuell missbraucht“? fragte er ihn. Darauf antwortete dieser: „Ich habe nicht gedacht, dass es was Schlimmes ist, was ich da gemacht habe, und schließlich hast du dich ja noch von mir trauen lassen.“ Und weiter: „Du bist der einzige, der das nun angeblich nicht gut findet, was ich gemacht habe.“ Der Pfarrer begegnete ihm mit völligem Unverständnis – ohne seine Schuld auch nur andeutungsweise einzusehen. Uneinsichtigkeit der Täter
Diese Unseinsichtigkeit seitens der Täter ist in Missbrauchsfällen eine allgegenwärtige Tatsache – die Norbert Denef durch das Studium solcher Fälle zwar kannte, aber als Opfer nicht verstehen konnte. „Ich kann und will Sie dabei nicht unterstützen“Auch als Norbert Denef sich im weiteren Verlauf an einen Pfarrer in Delitzsch wandte und ihn um Hilfe und Unterstützung bat, antwortete dieser, nachdem Denef ihm die ganze Leidensgeschichte erzählt hatte, nach 4 Monaten in einem Brief, dass er als Pfarrer verpflichtet sei, Schaden von seiner Gemeinde fernzuhalten und er die verheerenden Folgen einer Bekanntmachung bedenken sollte – für Angehörige, für die Gemeinde und den ganzen Klerus. „Ich kann und will Sie dabei nicht unterstützen,“ schrieb er. Eine Anzeige beim Bistum Limburg durch Denef wurde seitens des Bistums, da keine schriftlichen Aufzeichnungen vorhanden waren, als nichtig angesehen. „Erst später hatte ich dazu gelernt – diesen Gottesmännern nicht mehr zu vertrauen und alles schriftlich zu dokumentieren.“Krankheiten plagen ihnDenef wurde geplagt von zahlreichen Krankheiten. Ebenso hatten seine Frau und die Kinder unter dem Stress des Vaters so zu leiden, dass sie oft krank waren. Als seine Frau dann Rheuma bekam, machten sie sich über diese Krankheit kundig. Über mehrere Umwege fanden sie dann zur vegetarischen Vollwerternährung nach Dr. Max Otto Bruker. Dieser Ernährungspionier erkannte schon sehr früh, dass zahlreiche Erkrankungen des Menschen auf Ernährungsfehler zurückgehen – vor allem auf das Essen von Fisch und Fleisch sowie gekochten Speisen.
Veränderung bei sich selbst
„Dass ich etwas verändert habe in meinem Leben, wurde durch die Krankheit meiner Frau angestoßen.“(…) „Um meiner Frau zu helfen, diesen Weg der Umstellung nicht alleine gehen zu müssen, haben wir als Familie beschlossen, diesen Weg mit zu gehen.Wir stellten unsere Ernährung um und Hurra, die ersten Erfolge stellten sich bei meiner Frau ein! Das war der Beweis für uns alle, diesen Weg weiter zu gehen. Schnell merkte ich an meinen Körper, dass sich etwas veränderte. Ich nahm unnötige Pfunde ab, war belastbarer und fühlte mich wohler.“ (…) „Heute betrachte ich diese gesunde Lebensweise als Basis für die psychischen Veränderungen, die nur mit viel Kraft zu erreichen sind.“
Schweigegeld abgelehnt
Der Leidensweg von Denef führte ihn durch zahlreiche Gespräche in Selbsthilfegruppen, Psychotherapeuten, Ärzte – und mit Kirchenvertretern. Selten wurde ihm mit Verständnis begegnet. Ein kaum zu erfassender Leidensweg. Von Seiten der Kirche kam dann schließlich das Angebot: 25.000 Euro Schadensersatz, falls er ein Schweigegelübde unterschreibt. Dieses Angebot war das Ergebnis eines sehr langen Kampfes. Er sollte sich verpflichten, über seine schrecklichen Erlebnisse weiter zu schweigen, so, wie er es bereits jahrelang getan hatte, aus Angst, Scham und Schuldgefühlen. „Doch Norbert Denef hielt sich nicht daran und machte seinen Fall in den Medien bekannt. Sein Buch ist Zeugnis vom Leidensweg eines Menschen, der sexuell missbraucht wurde. Es zeigt sich, wie zerstörerisch sich sexueller Missbrauch auf das gesamte weitere Leben eines Opfers auswirkt. Es berichtet, wie Familie und Umwelt auf seine Offenbarung reagierten und wie die Katholische Kirche mit seinem Problem umging. Mit großem Engagement sensibilisiert Norbert Denef die Gesellschaft für dieses Thema und motiviert betroffene, ihr Schweigen zu brechen.“ – so der Klapptext. Das Buch von Norbert Denef nimmt den Leser mit in eine Welt, die für zahlreiche Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene leider bittere Realität ist. Eine Welt, in der die sexuellen Phantasien des „himmlischen Bodenpersonals“ ihre Verwirklichung finden. Norbert Denef stellvertrend für viele Opfer
Die Geschichte von Norbert Denef ist nur ein Sexualverbrechen von vielen – wie sie von zahlreichen Opfern erlitten wurden, und wohl noch immer erlitten werden. Doch dieses Buch – verfasst in der einfachen Sprache eines Opfers, lässt den Leser nachvollziehen, was es heißt, missbraucht zu werden, und das nicht als Opfer eines „normalen“ Sexualstraftäters, sondern missbraucht von „Dienern des Herrn“ – wie sich die Pfarrer selbst nennen. Dieses Buch könnte für manchen Leser der letzte Anstoß sein, den Austritt aus der Kirche nicht länger hinauszuschieben. Norbert Denef, „Ich wurde sexuell missbraucht“, Verlag Starks-Sture 2007, € 16,90 Zur Hauptseite:

Kirche zahlt gar keine Mehrwertsteuer

Viele Bürger müssen sich mittlerweile zur Decke strecken und jeden Euro zweimal umdrehen, ehe sie ihn ausgeben.Da hat es die Kirche wieder einmal leichter. Sie zahlt nämlich gar keine Mehrwertsteuer, erhält also alle Produkte oder Leistungen von vornherein 19% billiger.Auf diese Ungerechtigkeit hat uns eine Leserin aufmerksam gemacht. Sie (Name der Redaktion bekannt) wurde als Kind im katholischen Heim von Priestern vergewaltigt. Als sie in die Öffentlichkeit ging, erhielt sie von den Kirchenoberen ein »Schweigeangebot«: Sie dürfe eine Genesungsreise in die arabische Welt unternehmen, solle aber bitte schweigen. Sie willigte ein, holte sich ihr Ticket im Reisebüro ab und sah verwundert, dass die Mehrwertsteuer fehlte, weil die Kirche sie per Gesetz nicht zahlen muss. Wo bleibt hier die Steuergerechtigkeit? Gerne versucht der Staat Steuersünder zu erwischen und Geld einzutreiben. Warum macht er das nicht auch bei der Kirche?
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Kirchenfunktionäre verrieten Glaubensbrüder

Immer wieder berichteten wir die in Mahnmal Aktuell über die unheilige Allianz zwischen der evangelischen Kirche und dem Machtregime um Adolf Hitler. Aktuelle Nachforschungen haben nun zutage gebracht, dass die evangelische Kirche mitunter auch ihre eigenen Glaubensbrüder ans Messer lieferte, wenn es sich um Konvertiten vom jüdischen Glauben zur evangelischen Kirche handelte. In seinem Artikel in spiegel online-einetages vom 17.02.2008 beschreibt Jochen Blösche den Leidensweg von Krankenhauspfarrer Ernst Flatow, dessen Weg sich 1942 im Warschauer Ghetto verliert. Flatow hatte sich mit 26 Jahren taufen lassen. Er entstammte einer jüdischen Familie und galt nach den Kriterien der neuen Machthaber als »Volljude«. Dies war dem fanatischen Pfarrerssohn Dr. Karl Coerper zu viel.
Strenger als NS-Gesetzgebung
Zwar hätte laut NS-Gesetzgebung ein jüdischer Kriegsteilnehmer des ersten Weltkrieges, wie Flatow es war, nicht aus dem Amt getrieben werden müssen. Aber für den Rassehygieniker Coerper war es undenkbar, dass ein Jude an »arischen Patienten«, an »deutschen Menschenseelen germanischer Rasse« Dienst tut. Auf sein Betreiben, er war Chef des Gesundheitsamtes in Kölner Kliniken und Vertrauensmann der evangelischen Kirche im städtischen Beigeordnetenkollegium, wird Flatow zum 30. Juni 1933 außer Dienst gestellt. Er ist damit der erste »nichtarische« Geistliche der Deutschen Evangelischen Kirche der als jüdischstämmiger Geistlicher entlassen wird.
Kein Protest der Kirche
Die Kirchenoberen protestierten nicht. Denn Anfang September 1933 hat die rheinische Landeskirche den Arierparagraphen des staatlichen Berufsbeamtengesetzes aus eigenem Antrieb ins Kirchenrecht übernommen. Darin heißt es, dass wer »nichtarischer Abstammung« ist, »nicht als Geistlicher oder Beamter der allgemeinen kirchlichen Verwaltung berufen werden kann.« Pfarrer Flatow bewirbt sich als Hilfsgeistlicher. Aber auch da wird er nicht genommen. In einer Stellungnahme an den Evangelischen Oberkirchenrat in Berlin, die von den wichtigsten kirchlichen Amtsträgern der Rheinprovinz unterzeichnet wurde, geht als Begründung purer Rassismus hervor: «Flatow hat in seinem Äußeren und in seinem Wesen so in die Augen springend diejenigen Merkmale, die von dem Volke als der jüdischen Rasse eigen angesehen werden, dass eine Beschäftigung in einer Gemeinde unmöglich ist.« Für Flatow beginnt nun eine Odyssee. Schließlich taucht er um 1941/42 in einer Außenstelle der kirchlichen Betheler Anstalten bei einem regimekritischen Pastor unter. Von Kirchenfunktionären verratenKirchenfunktionäre verrieten das Versteck im Frühjahr 1942. Sie handelten getreu der »Zwei-Reiche-Lehre«, nach der der Obrigkeit das Recht zugebilligt wurde, den als negativ eingeschätzten Einfluss der Juden zu beschneiden. Der Berliner Bischof Otto Dibelius erklärte bezogen auf die Juden sogar, dass die Kirche den Staat nicht daran hindern darf »mit harten Maßregeln Ordnung zu schaffen.«
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Kurz notiert

Spiegel online berichtet in seiner Ausgabe vom 22.12.2007 vom Kirchensterben im Bistum Essen. So komme es in Bochum und anderen Orten der Region zu einem rigorosen Kahlschlag »den es so in der Geschichte des deutschen Katholizismus noch nie gegeben hat.« Im Bistum Essen, dem Bischof Genn vorsteht, werden 96 von 368 katholischen Kirchen zugemacht. Die Zeiten in denen die Gotteshäuser überfüllt waren sind lange vorbei. "Eine bestimmte Sozialgestalt der Kirche geht nicht zu Ende, sie ist zu Ende", bilanziert deshalb Bischof Genn. Im Ruhrgebiet haben massenhafte Austritte, Geburtenschwund, Wegzug und Überalterung die Katholiken um ein Drittel dezimiert; von 1,4 Millionen im Jahr der Bistumsgründung 1958 sind gerade mal 920 000 übrig geblieben. Das Kirchensteueraufkommen brach ein. In Bochum steht jede dritte Kirche der 49 Häuser vor dem Aus
.-Nach einer dpa/lby-Meldung vom 29.11.2007:
Pfarrer im Schuldienst
Dem Schutz der bayerischen Schulkinder soll Rechnung getragen werden. Nach dem sexuellen Missbrauchsfall durch einen katholischen Geistlichen in einer Grundschule im Bistum Regensburg ist die Bayerische Staatsregierung endlich hellhörig geworden. Man wolle nun von den Kirchen über sexuelle Vorstrafen der Pfarrer informiert werden. Bis jetzt wird nicht einmal ein polizeiliches Führungszeugnis verlangt.

- In einer taz Meldung vom 05.12.2007 Kirchenaustritt 12 der 16 Bundesländer bitten Kirchenaustrittswillige zur Kasse. 31 € kostet der Verwaltungsakt in Bayern und 30 € in Nordrhein-Westfalen. Diese Praxis war einem Ex-katholik zu viel. Er legte Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht ein. Denn wenn jemand einen Verein verlassen will, dann darf dieser keine Gebühr dafür verlangen. Dies würde eine »unzulässige Erschwerung des Austritts« darstellen, so regelt es das Vereinsrecht. Wer aber aus der Kirche austreten will, in die er kostenlos und ungefragt hineinkam, muss seit kurzem in NRW 30 € bezahlen. Mit der Freiheit der Religionswahl hat das nichts zu tun.
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"... löblich und heilsam, zu töten"

Die Kirchen erwecken gerne den Eindruck, sie hätten dem Naziregime erheblichen Widerstand geleistet – einem Regime, das der kirchlichen Lehre diametral widersprochen habe. Die historische Wahrheit ist jedoch gelinde gesagt wesentlich komplizierter. An vielen Stellen lassen sich gedankliche Verflechtungen zwischen Nazismus und kirchlichen Verlautbarungen nachweisen, so etwa bei der gedanklichen Vorbereitung des Holocausts durch kirchliche Antisemiten wie Martin Luther. Aber auch das Euthanasie-Programm der Nazis wäre ohne die gedankliche „Vorarbeit“ und praktische „Mitarbeit“ von Kirchenvertretern wohl kaum in dieser Form durchführbar gewesen. Dieter Potzel, Ex-Pfarrer der lutherischen Kirche und Herausgeber der Zeitschrift „Der Theologe“ (www.theologe.de), hat für Mahnmal Aktuell einige Tatsachen zusammengestellt.Parallel zur Stimmungsmache gegen die jüdischen Mitbürger bereitet die Kirche auch die spätere Vernichtung der Behinderten vor. So erscheint 1927 z. B. das Buch Gesetzliche Unfruchtbarmachung Geisteskranker, ein römisch-katholisches "Standardwerk", so zumindest die Beurteilung der Vereinigung katholischer Seelsorger an deutschen Heil- und Pflegeanstalten. Das Werk stammt von dem Moraltheologen Dr. Joseph Mayer vom Institut für Caritaswissenschaften in Freiburg (Imprimatur (= kirchliche Druckerlaubnis) vom 15.2.1927). Darin warnt Dr. Mayer u. a. vor der Sexualität Behinderter und schreibt: "Erblich belastete Geisteskranke befinden sich in ihrem Triebleben auf der Stufe unvernünftiger Tiere" (PS: Über die "unvernünftigen Tiere" heißt es in der Bibel in 2. Petrus 2, 12, dass sie "von Natur dazu geboren sind, dass sie gefangen und geschlachtet werden"). Und an anderer Stelle schreibt Dr. Mayer in seinem römisch-katholischen Standardwerk: "Wenn darum ein Mensch der ganzen Gemeinschaft gefährlich ist und sie durch irgendein Vergehen zu verderben droht, dann ist es löblich und heilsam, ihn zu töten, damit das Gemeinwohl gerettet wird." 13 Jahre später, im Jahr 1940, setzen die Nationalsozialisten dann diese kirchliche Forderung in die Tat um. Zwar spricht sich der Vatikan (anders als die evangelische Kirche) im Jahr 1930 offiziell gegen die Zwangssterilisation Behinderter aus, doch kooperieren die katholischen Einrichtungen in Deutschland später bei der Sterilisation und nachfolgenden Ermordung mit den staatlichen Stellen und gestehen dem Staat hier z. B. "Notwehr" zu. Auf protestantischer Seite denkt man ähnlich. Im Mai 1931 treffen sich in Treysa in Hessen (in der Anstalt "Hephata") die Anstaltsleiter der evangelischen Inneren Mission in Deutschland zu einer "Evangelischen Fachkonferenz für Eugenik". Zwei Jahre vor der Machtübernahme durch die NSDAP besprechen die führenden Vertreter der evangelischen Diakonie bereits die Sterilisierung und spätere "Vernichtung" "lebensunwerten Lebens". Während man sich auf die Forderung nach Sterilisierung in der so genannten Treysaer Erklärung einigt (sie entspreche z. B. nach Überzeugung des bekannten Pastors Friedrich von Bodelschwingh angeblich dem "Willen Jesu"), wird die Ermordung kontrovers diskutiert. Pastor Bodelschwingh erklärt z. B.: "Ich würde den Mut haben, in Gehorsam gegenüber Gott, die Eliminierung an anderen Leibern zu vollziehen."
Guten Glauben der Angehörigen verraten
Und der Leiter des Referates "Gesundheitsfürsorge" beim Centralausschuss der Inneren Mission, Dr. Hans Harmsen, tadelt diejenigen Anstaltsleiter, die hier noch zögern und hält ihnen vor: "Dem Staat geben wir das Recht, Menschenleben zu vernichten, Verbrecher und im Kriege. Weshalb verwehren wir ihm das Recht zur Vernichtung der lästigsten Existenzen?" (Ernst Klee/Gunnar Petrich, Film "Alles Kranke ist Last")Angehörige haben ihre Kinder oder andere Familienangehörigen in der Regel in gutem Glauben kirchlichen Einrichtungen anvertraut und wussten nicht, wie dort vielfach über diese Menschen gedacht wurde. So weit einige Fakten bis zur Machtübernahme durch die NSDAP. Nun einige Stichpunkte zur weiteren entwicklung:14.7.1933 - Das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses befiehlt die Zwangssterilisation Behinderter. Dazu gehören auch Blinde, Taube, Stumme, Epileptiker, Alkoholiker, Körperbehinderte, seelisch Kranke und politische Gegner, die man wegen ihrer abweichenden Einstellungen als "Schwachsinnige" einstuft. Die Nationalsozialisten erfüllen damit eine Forderung der evangelischen Kirche, welche die Anstaltsleiter der Inneren Mission in ihrer Treysaer Erklärung 1931 erhoben haben. Sieben Jahre später, ab 1940, werden diese Menschen vergast, vergiftet, erschlagen oder man lässt sie verhungern.Karl Todt, Direktor der evangelischen Heilerziehungs- und Pflegeanstalt der Inneren Mission in Scheuern an der Lahn ist wie andere Diakonie-Leiter von dem neuen Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses begeistert und schreibt 1933: "Wie freudig begrüßten wir die rassenpflegerischen Maßnahmen unseres Führers, die der Auftakt sind, die Übel von der Wurzel an zu bekämpfen. So stehen wir zum Dienste bereit, Handlanger zu sein am Bau des Reiches Gottes und am Bau des neuen, des Dritten Reiches" zit. nach Ernst Klee/Gunnar Petrich, Film "Alles Kranke ist Last". Im Jahr 1941 dienen die evangelischen Einrichtungen in Scheuern dann als Zwischenstation für Behinderte auf deren Weg in das Vernichtungslager Meseritz-Obrawalde in Pommern.
Erschlagen - vergiftet -verhungert - vergast
Von Scheuern aus werden die der Kirche anvertrauten Menschen wissentlich zur Vernichtung (Vergasung, Vergiftung, Erschlagung, Verhungern lassen) weitergeleitet. Und in der Landesheil- und Pflegeanstalt in Bernburg an der Saale werden die Behinderten 1940 und 1941 "vergast" (75 Behinderte werden dazu jeweils nackt in die 3 x 4 m große Gaskammer gezwängt), während im selben Gebäude-Komplex die Diakonissen des evangelischen Oberlin-Hauses Babelsberg offenbar ohne Protest ihren "Dienst" tun. 5.4.1937 - Der leitende Arzt der evangelischen Neuendettelsauer Fürsorgeheime, der Lutheraner Dr. Rudolph Boekh, über die Diskussion zur Vernichtung angeblich lebensunwerten Lebens: "Diese Verzerrung des menschlichen Antlitzes" sei "dem Schöpfer zurückzugeben."Und: "Die Entscheidung, ob ein Mensch vernichtet werden soll, steht allein dem Mann zu, der unter Berufung auf den Schöpfer die Gewalt in seiner Hand hat ... Das kann und darf allein der Führer" (zit. nach Klee, Die SA Jesu Christi, S. 180). Dr. Boekh war 10 Jahre Oberarzt der evangelischen Diakonieeinrichtungen in Bethel und kam auf Empfehlung des dortigen Pastors Friedrich von Bodelschwingh im Jahr 1936 nach Neuendettelsau. Während in dem fränkischen Ort die knapp 2.000 der Kirche anvertrauten Behinderten im Frühjahr 1937 noch vielfach fröhlich und unbeschwert ihren Alltag leben, hat der ärztliche Leiter der kirchlichen Einrichtung schon ihr Todesurteil gefällt.
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Pädophile Priester zu Eskimos "strafversetzt"

In einem außergerichtlichen Vergleich erklärte sich der Jesuitenorden bereit, 50 Millionen Dollar an Schadenersatz an die Opfer von Sexualverbrechen unter den Inuit (gemeinhin als „Eskimos“ bekannt) in Alaska zu zahlen.
Dutzende Missbrauchsfälle
Zwischen 1961 und 1987 wurden in den entlegenen Dörfern Alaskas mindestes 110 Kinder und Jugendliche von Jesuitenpatres sexuell missbraucht.„In einigen Eskimodörfern“, so der Anwalt der Geschädigten, „ist es schwierig, einen Erwachsenen zu finden, der in seiner Kindheit nicht sexuell missbraucht wurde.“ Nach seinen Ermittlungen wurden sogenannte „Problempriester“ regelrecht nach Alaska „verbannt“. Hier, am Ende der Welt, durften sie offenbar ungestört ihren abartigen Neigungen nachgehen.
Keine Kontrolle, Beweismaterial vernichtet?
„In diesem Verfahren“, so die italienische Zeitung La Repubblica (20.11.07), „zahlen die Jesuiten für die fehlende Kontrolle (ihrer Priester) und dafür, dass sie den Skandal jahrelang vertuscht haben. Es wurde ihnen sogar vorgeworfen, dass sie belastende Dokumente verbrannt und zerstört hätten. Angeklagt ist unter anderen James Poole ... Gemäß der Anklage wussten die Jesuiten bereits seit 1960, dass er ‚unangemessene sexuelle Verhaltensweisen’ hatte, doch sie ließen ihn weiter Kinder unterrichten ...“So sind die Inuit doppelt geschädigt:
Endlagerstätte für verhaltensgestörte Erwachsene
Zu den gestörten Seelen der betroffenen Kinder kommt die Demütigung, von einem angeblich christlichen Orden als eine Art „Endlagerstätte“ für verhaltensgestörte und gefährliche Erwachsene, als wohlfeiles Betätigungsfeld für kirchliche Triebtäter missbraucht worden zu sein.
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Sexueller Missbrauch in Heimen:

3. Anhörung zum Thema ehemalige Heimkinder im Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages

Am Montag, den 21. Januar 2008 fand im Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages die 3. Anhörung zum Thema ehemalige Heimkinder statt. Nachdem bei einer ersten Anhörung Betroffene zu Wort kamen, bei einer zweiten dann TrägervertreterInnen, hatten jetzt Wissenschaftler das Wort. In einer anschließenden Pressekonferenz berichteten vier der angehörten Experten: Prof. Christian Schrapper, Prof. Manfred Kappeler, Prof. Johannes Münder und Dr. Thomas Meysen.In der Zusammenfassung wurden drei zentrale Aufgaben benannt, für die die Unterstützung des Petitionsausschusses erhofft wird: 1. Kollektive und individuelle Aufarbeitung zu ermöglichen 2. die rentenversicherungsrechtliche Behandlung der Arbeitszeiten ohne Entgeld und Sozialversicherung klären und 3. eine gemeinsame Lösung für Entschädigungen finden. Ein anwesender Bundestagsabgeordneter aus dem Ausschuss machte deutlich, dass der Ausschuss mit großer Ernsthaftigkeit und gutem Willen die Anliegen bearbeite. Die Anhörungen seien jetzt abgeschlossen. Der Petitionsausschuss wird aus seinen Bewertungen eine Empfehlung an den Deutschen Bundestag machen, die dann in eine Empfehlung des Deutschen Bundestags an die Bundesregierung münden könnte. Siehe auch http://www.wensierski.info/html/petition.html